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In Bewegung bleiben

In Bewegung bleiben

Aus unserem Leben verschwindet die Bewegung. Körperliche Arbeit ist sehr selten geworden. Es werden Autos, Aufzüge und Rolltreppen benutzt, um uns nicht bewegen zu müssen. Einkäufe werden heute schon vermehrt online getätigt, nur um die wenigen Schritte zum Auto und den Weg vom Parkplatz zum Laden zu sparen.

Technischer Fortschritt- immer weniger Bewegung – wo führt das hin?

Um es pointiert auszudrücken, in 50 Jahren wird man möglicherweise den Menschen einen Chip einsetzen, der sie daran erinnert, dass sie sich bewegen müssen. Denn das Bewusstsein dafür ist jetzt schon verloren gegangen. Es gab gute Gründe, körperlich schwere Arbeit durch Technik zu ersetzen. Seit mehr als 100 Jahren haben wir alles Mögliche erfunden, um Arbeit und Bewegung zu meiden. Damit haben wir es weit gebracht, denn für die meisten führt der Weg vom Auto in den Fernsehsessel und von dort ins Bett. Wir haben vergessen, dass wir körperliche Aktivität brauchen.

Wozu brauchen wir körperliche Aktivität?

Sämtliche Organe, nicht nur Herz und Muskulatur, brauchen regelmäßige körperliche Aktivität, um gut zu funktionieren. Denn diese Aktivität gibt den Organen einen Schub über die Ausschüttung von Signalstoffen, also Hormonen wie zum Beispiel Adrenalin, Cortison, Endorphine etc. Es gibt eine Fülle von wissenschaftlichen Belegen, dass regelmäßige körperliche Aktivität mit einem geringeren Risiko für den Herzinfarkt verbunden ist. Die Wirkungsmechanismen sind vielfältig. Zum Beispiel der Fettstoffwechsel: Durch körperliche Aktivität sinken Cholesterin, LDL und Triglyzeride, der Anteil von HDL steigt. Körperliche Aktivität beeinflusst Gewicht und Blutdruck günstig, ebenso die Blutzusammensetzung (Hämatokrit), die Blutviskosität, die Thrombozytenfunktion und die Fibrinolyse, die Leistungsreserve des Herzens gegenüber Rhythmusstörungen.

Wie viel Bewegung braucht der Mensch?

Mindestens 2000 Kilokalorien pro Woche sollte jeder in Bewegung umsetzen – unabhängig vom Geschlecht und Alter. Doch dieser Umsetzungsschwellenwert von 2000 Kilokalorien pro Woche kann nur mit einem AKTIVEN Lebensstil erreicht werden. Das heißt zunächst, wir gehen die Treppen hoch und runter, statt Aufzug oder Rolltreppe zu nutzen. Wir parken unser Auto bewusst nicht unmittelbar am Eingang des Einkaufscenters, wir machen kleinere Einkäufe zu Fuß, wir arbeiten im Garten. Doch auch wenn wir im Alltag alle Möglichkeiten zur Bewegung ausnutzen, kommen wir nur in den Umsetzungsbereich von 1000-1200 Kilokalorien pro Woche. Dies ist leider nicht genügend. Was jedoch noch fehlt, kann nur durch bewusste Änderung der Freizeitgestaltung eingebracht werden. Sport ist dafür nicht nötig (aber schadet auch nicht). Jeden Tag eine halbe Stunde zügig zu gehen reicht aus. Damit ist jedoch keinesfalls Schaufensterbummeln oder in der frischen Luft herumschlendern gemeint. Doch falls wir uns ab und an mal etwas träge fühlen nach dem stressigen Alltag, dann sollten wir dies wenigstens jeden zweiten Tag tun.

Wenn wir unsere Gesundheit und körperliche Fitness schon nicht wegen uns aufrecht erhalten wollen oder können, dann sollte dies zumindest zur Erlangung von Allahs Wohlgefallen getan werden. Denn der Heilige Prophet (saw) sagte einst:

„Der starke (gesunde) Gläubige ist Allah lieber als der schwache Gläubige, in jedem ist jedoch Gutes vorhanden.“ (Sahih Muslim)

 

5 comments found

  1. Sehr guter Beitrag !

    Körperliche Bewegung und Gesunde Ernährung ist das A und O im Leben einer Muslima.

    Möge Allah Taa‘als uns alle dazu befähigen nach den Prinzipien des heiligen Propheten (saw) und der Sahabas zu leben ….Amiin

  2. Ich verwende gerne zwei Apps um auf meine Bewegung im Alltag zu achten. Die eine zählt meine Schritte und die andere zeigt, je nach ausgewählter Sportart, wie viele Kalorien ich verbraucht habe. Ich habe es mir angewöhnt nicht so fixiert zu sein und unbedingt eine gewisse Anzahl von Kalorien zu verbrauchen sondern ich orientiere mich nach meinem Tag und nach meinem Gefühl. Man sollte sich nie zwingen etwas zu tun. Dabei scheitert man nur.

    Ein sehr guter Blogeintrag! Ich werde es mir angewöhnen mein Auto nicht unmittelbar am Eingang zu parken. Dies ist eine fabelhafte Idee. 😀

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